Mehrfachbohrsystem erstmals im Einsatz
Vortext Deutsch
Zur STUVA-Tagung 2009 stellte die Hilti Deutschland GmbH der Öffentlichkeit ein neues Mehrfachbohrsystem zur Herstellung von Bohrungen für Dübel und nachträgliche Bewehrungsanschlüsse vor. Im Januar 2010 setzte die Strabag Rail Fahrleitungen GmbH das neue System erstmals zur Erstellung der Befestigungspunkte mittels Dübel für Komponenten der Oberleitung an ei-ner Tunnelbaustelle in Deutschland ein.
Bau- und Ausrüstungsfirmen im Tunnelbau können zur Serienbefestigung von Dübeln nun ein teilautomatisiertes Mehrfachbohrsystem bei Hilti anmieten, das bei der Strabag Rail Fahrleitungen GmbH bereits erfolgreich zum Einsatz kam. Das System besteht aus einem Bohr-, einem Energie- sowie einem Antriebsmodul. Das Kernstück des Bohrmoduls ist ein Kranarm, dessen Bohrkopf sich um 360 Grad schwenken lässt. Der Bohrkopf wird mit bis zu 4 automatisch arbeitenden elektropneumatischen Bohrhämmern TE 70 bestückt, die ein variabel einstellbares Bohrbild von 100 bis 550 mm realisieren. Aber auch andere Bohrbilder wie zum Beispiel 4 Bohrhämmer in Reihe montiert sind möglich.
Im Energiemodul versorgen ein schallgeschützter Generator mit Partikelfilter und ein Kompressor das Bohrmodul mit Strom und auch eine Staubabsaugung samt Container ist hier integriert. Sie nimmt den gesamten anfallenden Bohrstaub auf und verhindert dadurch Verunreinigungen sowie die gesundheitsgefährliche Staubentwicklung im Tunnel.
Der Kranarm des Bohrmo-duls ist ebenso wie die Energieversorgung auf einem 10 Fuß Euro-Containerrahmen aufgebaut. Der Transport des Mehrfachbohrsystems kann damit ebenso wie die Befestigungsarbeiten vom Lkw oder auch von Flach- oder SkL-Wagen aus erfolgen.
Die Wagen können ohne separates Triebfahrzeug von einem eigens entwickelten hydraulischen Antriebsmodul mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 km/h durch den Tunnel bewegt werden. Der Antrieb wurde vom Eisenbahnbundesamt als technisches Arbeitsge-rät eingestuft und ist auf Normal- oder Schmalspur einsetzbar. Auf diese Weise konnten die Monteure den Einsatz-ort und die Montagepositionen zügig erreichen. Beim Bohren der Verankerungslöcher mussten sie keinerlei Muskelkraft mehr einsetzen und konnten dadurch eine gleichmäßig hohe Arbeitsleistung über die gesamte Arbeitszeit erbringen. Mit geeigneten, unter Baustel-lenbedingungen einfach zu handhabenden Maßnahmen und Hilfsmitteln, wurden Bewehrungstreffer vermieden. Die Automatisierung des Bohrvorgangs sorgt darüber hinaus für eine deutliche Verlängerung der Standzeit der Werkzeuge in den Bohrhämmern des Mehrfachbohrsystems und erhöht auch in diesem Punkt die Produktivität.
Ergebnis nach 9 Tagen Arbeit mit dem Mehrfachbohrsystem war ein sehr präzises Bohrbild, in dem sich rd. 500 Dübel für den Rückleiter problemlos montieren ließen, ohne dass zeitaufwändige Nacharbeiten erledigt werden mussten. Hilti bietet mit diesem System zudem ein breites Serviceangebot, das auch die technische Beratung bis hin zur Unterstützung auf der Baustelle umfasst.
Thomas Lützow, Technischer Leiter Hoch- und Ingenieurbau, Hilti Deutschland GmbH
Autor Deutsch überarbeitet


Durch Einsatz des Mehrfachbohrsystems konnten die...

