Arbeiten am City-Tunnel Leipzig sind beendet

Mehr als acht Jahre stand das Projekt in den Auftragsbüchern von Züblin und Strabag, nun ist es vollbracht: im City-Tunnel Leipzig rollen ab 15.12.2013 die Züge. Maßgeblich am Bau beteiligt waren verschiedene Unternehmenseinheiten der Ed. Züblin AG und der Strabag Gruppe.

Die in vier Baulose unterteilte Gesamtmaßnahme war komplex: In schwierigem Untergrund und einer Tiefe von bis zu 16 m unterqueren die beiden rund 1,4 km langen Tunnelröhren die Leipziger Innenstadt. Vier unterirdische Bahnstationen und zwei oberirdische Haltepunkte samt Seitenbahnsteigen, mehrere Rampen und Kreuzungsbauwerke waren zu errichten, umfassende Bahntechnik einzubauen. Die Kosten für das Projekt lagen bei insgesamt rund 960 Mio. Euro; das Auftragsvolumen für Züblin und Strabag summierte sich insgesamt auf rund 260 Mio. Euro und umfasste folgende, zum Teil in Arbeitsgemeinschaft ausgeführte Arbeiten:

Los A: südlicher Auftauchbereich mit Einschnitt und Südrampe, Länge rund 1.000 m


Los B: Hauptlos des City-Tunnels mit Schildvortrieb der beiden 1.438 m langen Tunnelröhren, Bergestollen, Querschlag und Hebungsinjektionen. Bau der vier unterirdischen Stationen (Hauptbahnhof, Markt, Wilhelm-Leuschner-Platz, Bayerischer Bahnhof) in offener bzw. Deckelbauweise. Für den Bau der Trasse musste der historische Portikusdes Bayerischen Bahnhofs vorübergehend verschoben werden.


Los C: nördlicher Auftauchbereich, Unterfahrung Hauptbahnhof, Rohbau der Station Hauptbahnhof, Kreuzungsbauwerk Richtung Nord und West. Für die Unterfahrung des Hauptbahnhofs wurde zum Schutz gegen anstehendes Grundwasser und zur Stabilisierung der Baugrube eine der europaweit größten Bodenvereisungsmaßnahmen durchgeführt. Mit über 1.100 Gefrierrohren wurde ein Frostkörper von ca. 16.000 m³ Boden aufgefroren, der von der Bodenplatte des Bahnhofsgebäudes bis zum natürlichenMuschelschluff in 27 m Tiefe reichte.


Los D: schlüsselfertiger Ausbau der vier unterirdischen Bahnstationen sowie einer oberirdischen Haltestelle inklusive der technischen Gebäudeausrüstung, Fördertechnik und teilweiser Ausführungsplanung
  

BTA: (Bahntechnische Ausrüstung) Herstellung von 7.260 m Fester Fahrbahn, einschließlich Masse-Feder-System

In den letzten Jahren stand vor allem das Baulos D, das der Züblin-Bereich Sachsen ausführte, im Fokus des öffentlichen Interesses. Nicht nur die Baustelleneinrichtung und die Materialanlieferungen für den Ausbau der Bahnstationen waren aufgrund der Lage mitten im Zentrum Leipzigs schwer zu meistern, auch die notwendigen Transport- und Montagetechnologien sowie -abläufe mussten individuell für jede Station entwickelt und ausgewählt werden. Der Grund dafür: Platzmangel. Alle unteren Fahrtreppenläufe mussten bereits vor Beginn des Ausbaus in die Stationen eingebracht werden, nach Einbau der Fassaden wäre es hierfür zu eng gewesen. Die einzelnen Segmente konnten teilweise nur über die Gleise eingefahren und mithilfe eines auf dem Zug installierten Autokrans montiert werden. Doch auch dort, wo die Fahrtreppen über die Bahnsteige an ihre Position transportiert werden konnten, waren die Arbeiten komplex: Zunächst mussten die nicht für solche Lasten ausgelegten Bahnsteigplatten verstärkt werden. Zusätzlich zu diesen räumlichen Herausforderungen war beispielsweise in und um die Station Hauptbahnhof der laufende Verkehr aufrechtzuerhalten. Daher wurden Montagearbeiten kurzerhand auch in die Nachtstunden verlegt.

Das Ergebnis der Arbeiten kann sich sehen lassen. Jede der von unterschiedlichen Architekturbüros entworfenen Bahnstationen besticht durch eine individuelle Fassadengestaltung. Die Station Wilhelm-Leuschner-Platz mit ihren rund 130.000 hinterleuchteten Glasbausteinen – von Züblin in Form von insgesamt 900 jeweils rund 1,5 t schweren Fertigelementen eingebaut – wurde hierfür bereits mit dem Architekturpreis der Stadt Leipzig ausgezeichnet.


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