Brenner Basistunnel

Baustelle Eisackunterquerung: Vereisung für die erste Hauptröhre

Nachdem der erste Verbindungstunnel erfolgreich unter dem Fluss Eisack ausgebrochen worden ist, wurde im März 2021 die nächste Vereisungsphase begonnen, um anschließend den ersten der beiden Haupttunnel unter dem Eisack vorzutreiben.

In der Gemeinde Franzensfeste sind die Arbeiten auf der Baustelle der Eisackunterquerung, dem südlichsten Baulos des Brenner Basistunnels, voll im Gange. Bereits im Herbst 2020 konnte das aufwändige Vereisungsverfahren erfolgreich abgewickelt werden. Anschließend wurde der erste Verbindungstunnel unter dem Eisack ausgebrochen. Mitte März 2021 wurde der Boden unter dem zweitlängsten Fluss Südtirols erneut künstlich vereist, um die Vortriebsarbeiten für den ersten Haupttunnel unter dem Eisack starten zu können.

 

Vereisungsverfahren für die Eisackunterquerung

Da die neue Tunneltrasse den Fluss Eisack kreuzt, wurden auf der Baustelle Eisackunterquerung auf beiden Seiten des Flusses zwei Schächte mit einer Tiefe von jeweils ca. 25 m ausgehoben. Um die Tunnelröhren unter dem Fluss zu errichten, wird das im Boden befindliche Wasser von diesen Schächten aus vereist, indem man mittels spezieller Wärmetauscher eine Kühlflüssigkeit darin zirkulieren lässt.

In einem ersten Schritt wird hierfür flüssiger Stickstoff in einen geschlossenen Kreislauf unter dem Flussbett injiziert. Der Kühlstoff hat eine Temperatur von -196 °C und wird anschließend in gasförmigen Zustand in die Luft zerstreut.  Im darauffolgenden Schritt gilt es, die Temperaturen mit Hilfe von Salzlake auf einem Niveau zwischen -30 und -35 °C aufrechtzuerhalten, um den Vortrieb unter dem Fluss zu ermöglichen.

 

Dieses komplexe Verfahren ist notwendig, um den Eisack in seinem ursprünglichen Flussbett zu belassen. Der große Vorteil dieser Vereisungsmethode ist, dass sie zu keinen Umweltbelastungen führt. Die Tier- und Pflanzenwelt des Flusses bleibt in ihrer Vielfalt erhalten.

 

Baufortschritt beim Brenner Basistunnel

Im  März 2021 befanden sich vier Hauptbaulose in Bau:

Mauls 2–3 und, Eisackunterquerung (in Italien)

Tulfes–Pfons und Sillschlucht (in Österreich)

 

Bis dato wurden 138 km der insgesamt im Projekt vorgesehenen 230 km errichtet. Davon sind 47 km Haupttunnel, 51 km Erkundungsstollen sowie 40 km sonstige Tunnelbauwerke, wie Zufahrtstunnel oder Logistikstollen.

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