Semmering-Basistunnel

Materialtransport mit Komatsu-Radladern im Tunnel Gloggnitz

Als eines der wichtigsten Infrastruktur-Großprojekte im Herzen Europas wird der rund 27 km lange Semmering-Basistunnel zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag in drei Teil-Abschnitten gebaut. Die Fertigstellung des österreichischen Tunnels ist für das Jahr 2026 geplant. Im Tunnel Gloggnitz, dem östlichen Baulos, setzt die Arge Hochtief Infrastructure Austria, Implenia Österreich und Thyssen Schachtbau für die Verladung an der Ortsbrust und die Beschickung des Brechers fünf Komatsu Radlader ein, die auch unter den beengten Verhältnissen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Das Baulos SBT 1.1 Tunnel Gloggnitz umfasst die Errichtung der beiden eingleisigen Streckenröhren mit einer Gesamtlänge von rund 16,1 km. Sie werden zyklisch unter Einsatz der NÖT (Neue Österreichische Tunnelbaumethode) vom Portal Gloggnitz und vom Zwischenangriff Göstritz über sechs Vortriebe errichtet und über 16 Querschläge, einen Ausrüstungsquerschlag und zwei Logistikstollen verbunden.

Komatsu Radlader WA 470 und WA 380

DI IWE Ricardo Simon, Maschineningenieur der Arge SBT 1.1 Tunnel Gloggnitz, erläutert den konkreten Materialfluss:  „Ein Highlight dieses Projekts ist sicherlich, dass wir das Material nicht über die Straße, sondern auf der Schiene zur Deponie verfrachten. Dazu wurden im Gleis 1 eine Bandanlage und ein eigenes Beladegleis errichtet. Eine der großen Herausforderungen für uns bestand darin, innerhalb des Tunnels das richtige Gerät für den Materialtransport zu finden. Wir haben uns nach eingehender Prüfung für eine Lösung entschieden, bei der vier Komatsu Radlader WA 470 das Material an der Ortsbrust auf Muldenkipper verladen. Diese transportieren es zu einer Verladestelle im Tunnel, wo ein Komatsu WA 380 damit den Brecher beschickt. Vom Brecher geht es dann über die Bandanlage und den Gleistransport in die rund 108 km entfernte Deponie.“

Hohe Anforderungen an den Service

Sowohl der WA 470 als auch der WA 380 überzeugten mit ihrer Leistungsfähigkeit und der passenden Geometrie für die Einsätze unter den extrem beengten Verhältnissen. Ergänzt wurden die technischen Vorzüge der Geräte durch ein maßgeschneidertes Dienstleistungspaket der Firma Kuhn. Ricardo Simon: „Wir sind sicherlich kein einfacher Kunde. Die Firma Kuhn hat sich aber sehr um eine Lösung bemüht, die unseren speziellen Anforderungen entspricht. Unsere Anforderungen an den Service sind extrem hoch, denn die eingesetzten Geräte müssen an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr verfügbar sein. Diesem Anspruch kommt die Betreuung durch die beiden Servicestützpunkte der Firma Kuhn in Himberg und in Kirchdorf/Pernegg sehr entgegen.“ Für die effiziente Ersatzteilversorgung wurde auch ein Konsignationslager eingerichtet und für den Fall größerer Beeinträchtigungen die rasche Bereitstellung eines Ersatzgerätes vereinbart.

Die Radlader wurden mit einem verstärkten Schutz des Daches und der Zylinder modifiziert. Auch der Brandschutz wurde durch eine halbautomatische Feuerlöschanlage sichergestellt. Zusätzlich zur Rückfahrkamera wurden die Radlader mit ergänzenden Schweinwerfern ausgerüstet, und  auch der Rammschutz wurde verstärkt. Die Regeneration der im Tunnelbau vorgeschriebenen Dieselpartikelfilter verläuft laut Ricardo Simon ohne Probleme.

Prok. Herbert Kreiseder, Verkaufsleiter bei Kuhn Baumaschinen Österreich, ergänzt: „Der Maschineneinsatz hier beim Tunnel Gloggnitz ist sowohl für die Firma Kuhn als auch für Komatsu ein wichtiger Leistungsbeweis im Tunnelbau. Wir haben die  erforderlichen Ausrüstungsteile mitentwickelt und organisiert. Gleichzeitig war es für uns eine Herausforderung, die hohen Ansprüche hinsichtlich der Verfügbarkeit der Servicekräfte und Ersatzteile sicherzustellen. Wie die Erfahrungen der letzten Monate zeigen, verrichten die Radlader ihre Arbeit zur vollsten Zufriedenheit. Auch die ebenfalls eingesetzte knickgelenkte Komatsu Mulde HM 300/5 leistet sehr gute Dienste.“

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