Katar

Doha Metro Projekt: 111km neue Metrotunnel in 26 Monaten gebaut

25. September 2016, 10.44 Uhr Ortszeit in Doha, „Hamad“ Internationaler Flughafen: Die Sieben-Meter-Tunnelbohrmaschine „Msheireb”  durchsticht präzise die finale Zielwand der „Red Line South“. Es ist der letzte von 76 Durchbrüchen beim gigantischen Projekt Doha Metro. Die durchbrechende TBM markiert den Abschluss eines der ambitioniertesten Tunnelbauprojekte der Welt. Generalstabsmäßig geplant durch den Bauherrn Qatar Rail bedarf es gerade einmal 26 Monate, um die Hauptstadt Katars mit drei stadtübergreifenden Metrolinien auszustatten, die durch 111 km hochmoderner Tunnelsysteme führen. Nach Angaben von Qatar Rail war damit das Gesamtprojekt „Doha Metro, Phase 1“ Ende September 2016 zu 50 % fertiggestellt

Mit einer feierlichen Abschlusszeremonie zollen hochkarätige politische Gäste wie der katarische Premier- und Innenminister H.E. Sheikh Abdullah bin Nasser bin Khalifa al Thani, der Verkehrsminister von Katar H.E. Jassim Saif Ahmed al Sulaiti sowie der französische, koreanische und japanische Botschafter in Katar dem Durchbruch ihre Hochachtung. Insgesamt rund 200 Gäste, darunter das Top-Management von Qatar Rail sowie die Spitzenvertreter der bauausführenden Joints Ventures und auch Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, feiern eine einzigartige bau- und ingenieurtechnische Errungenschaft. 111 km unter die Hauptstadt von Katar neu gebohrte und gebaute Tunnelröhren in nur gut zwei Jahren stellen alles in den Schatten, was man im städtischen Metrotunnelbau weltweit erreicht hat.

 

Ins Guinness-Buch der Rekorde getunnelt

Vier international aufgestellte Joint Ventures treiben von August 2014 bis September 2016 auf drei Hauptlinien (Red Line, Green Line, Gold Line) insgesamt 21 von Herrenknecht extra dafür designte und ausgestattete Tunnelbohrer voran. 470 497 einzelne Tübbinge werden maschinell zu 70 071 Tunnelringen zusammengefügt. In Spitzenzeiten fräsen sich gleichzeitig 20 Tunnelbohrer vorwärts, wachsen pro Woche 2,5 km Metrotunnel unter Doha. Für diese Parallel-Performance kommt das Projekt ins Guinness-Buch der Rekorde.

Die Anforderungen an die einzelnen TBM sind neben der Geologie, die überwiegend aus Simsima Kalkgestein besteht, komplex – allein aufgrund der dichten urbanen Bebauung. Die Strecken der einzelnen Metrolinien verlaufen unter stark besiedeltem Gebiet, beispielsweise nahe der imposanten Strandpromenade Corniche, unter den Hochhausvierteln von Dohas City sowie den Touristenzentren mit ihren attraktiven Hotelanlagen. Ein setzungsfreier Vortrieb war daher eine der Kernanforderungen bei der Durchführung.

 

Insgesamt 76 TBM-Durchbrüche

Im Laufe des Jahres 2016 wurden die Tunnelbauarbeiten an allen drei Linien sukzessive erfolgreich beendet:

Die Fertigstellung der Tunnel für die  Red Line North wurde mit dem finalen Durchbruch der  TBM “Lebretha” zwischen Legtaifiya Station und Qatar University im März gefeiert.

Daran anschließend folgte der Abschluss der Tunnelbauarbeiten für die Green Line im April mit dem Durchbruch der TBM “Al Messila” an der Station Education City.

Am 19. Mai 2016 ereignete sich der letzte Durchbruch der Gold Line an der Station Msheireb.

Die bauausführenden Arbeitsgemeinschaften absolvieren 76 Streckendurchbrüche; mehr als 40-mal werden die Maschinen im Eiltempo für den nächsten Abschnitt in Zwischenschächten vorangeschoben.

Um den ehrgeizigen Masterplan und die engmaschige Terminstruktur einzuhalten, sind Menschen und Maschinen rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche auf der Großbaustelle im Einsatz. Neben hervorragender Planung, Expertise und hoher Material- und Maschinenqualität war für Dr. Markus Demmler, Senior Director des Qatar Integrated Railway Project, eine Voraussetzung für den Projekterfolg entscheidend: „Der reibungslose Einsatz von 21 TBM unter einer Metropole wie Doha ist nur möglich, wenn alle involvierten Partner mit 100 Prozent Einsatz dabei sind.“

 

72 zusätzliche Stationen und eine weitere Metrolinie in Planung

Das neu entstehende Metrosystem in Doha ist erst der Anfang der Mobilisierung der öffentlichen Verkehrsmittel in Katar. „Katars Vision ist es, jeden Winkel des Landes mit öffentlichen Transportmitteln zu verbinden“, sagt Demmler. „Das Doha Metro Projekt repräsentiert das tragende Rückgrat für ein integriertes öffentliches Verkehrssystem“, erläutert Verkehrsminister von Katar H.E. Jassim Saif Ahmed al Sulaiti die substantielle Bedeutung des Metronetzes, dessen erste drei Linien bis 2020 ihre Pforten öffnen sollen. Bis 2026 ist eine umfängliche Erweiterung um 72 zusätzliche Stationen und eine weitere Metrolinie geplant. Die Station Msheireb im Zentrum der Metropole bildet schon heute den Kumulationspunkt des gesamten Systems. Hier laufen alle Linien zusammen, alleine 12 Durchbrüche endeten an dieser Mammutstation.

Vier internationale bauausführende Joint Ventures tunnelten in Doha auf drei Linien 111 km Metrotunnelsystem in 26 Monaten:

Red Line North

ISG Joint Venture (Salini Impreglio S.p.A.; SK Engineering & Constructing Co Ltd.; Galfar Al Misnad Engineering & Constructing W.L.L)

 

Red Line South

Qatari Diar Vinci Construction JV (QDVS); GS Engineering & Construction Corp.; Al-Darwish Enginering W.L.L

 

Green Line

Porr Bau GmbH; Saudi Binladin Group Company Ltd.; Hamad Bin Khalid Contracting Co. W.L.L.

 

Gold Line

ALYSJ Joint Venture (Aktor S.A.; Larsen & Toubro Limited; Yapi Merkezi Insaat VE Sanayi Anonim Sirketi; Sezai Turkes Feyzi Akkaya Marine Construction; Al Jaber Engineering LLC)

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