Forum Injektionstechnik 2018 in Köln

Mit 220 Teilnehmern war das 3. Forum Injektionstechnik, das am 21. und 22. November 2018 in Köln veranstaltet wurde, ein großer Erfolg – als Vortragsveranstaltung ebenso wie als Networking-Event und Branchentreff. An den beiden Forumstagen im Maternushaus fand ein reger Austausch unter Experten statt, im Vortragssaal, in der Ausstellung der Sponsorenunternehmen sowie auch bei der großen Abendveranstaltung für alle Teilnehmer.

Wie in den Vorjahren wurde das Forum Injektionstechnik gemeinsam von den Partnern Bauverlag, IBE-Ingenieure und STUVA (Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen) veranstaltet. 16 umfassende Fachvorträgen widmeten sich den Injektionsfachgebieten der Baugrundertüchtigung und -abdich­tung sowie der Bauwerksertüchtigung und -abdichtung mit praxisorientierten Projektbeispielen und Grundlagenbetrach­tungen. Darüber hinaus wurden die übergreifenden Themen Qualitätssicherung und Recht in einem eigenen Themenblock behandelt. Moderation und Diskussionsleitung lagen in den bewährten Händen von Dipl.-Ing. Jörg de Hesselle (IBE-Ingenieure) und Dr.-Ing. Christian Thienert (STUVA).

STUVA-Geschäftsführer Dr.-Ing. Roland Leucker freute sich, ein internationales Publikum begrüßen zu können – für das Forum Injektionstechnik waren nicht nur deutsche Spezialisten nach Köln gekommen, sondern auch Fachkollegen aus Österreich, der Schweiz, Italien, Polen und Tschechien.

 

Das Marktvolumen wird steigen

Das Marktvolumen der Injektionen werde steigen, da das Anwendungsgebiet für diese Technik im Bauwesen zunehmend größer werde, erläuterte Leucker, „Während Abdichtungsinjektionen bei Neubauten in der Vergangenheit nur den letzten Ausweg darstellten, rücken sie nun zunehmend früher in den Fokus.“ Auch bei der Bestandssanierung habe die Injektionstechnik mittlerweile einen hohen Stellenwert, denn „gerade ältere Wohn.- und Bürogebäude weisen zunehmend Mängel an der Bauwerksabdichtung auf“.

Der Bedarf an Injektionen werde auch im Ingenieurbau steigen: „Viele Ingenieurbauwerke haben das Sanierungsalter erreicht – der älteste Eisenbahntunnel in Deutschland ist beispielweise schon 175 Jahre alt. Generell bedarf die Infrastruktur einer Erneuerung.“ Das Geld dafür liegt in Deutschland bereit: Der Bundesverkehrswegeplan 2030 beinhaltet ein großes Investitionspaket mit einem Gesamtumfang von 270 Milliarden Euro. Diese Ausgaben sollen dem Prinzip „Erhalt vor Aus- und Neubau“ folgen. Hier wird auch die Injektionstechnik sehr gefragt sein.

Auszüge aus dem Vortragsprogramm:

Baugrundertüchtigung

Martin Sailer, M. Sc. und DR.-Ing. habil. Jochen Fillibeck vom Zentrum Geotchnik der TU München berichteten gemeinsam mit Dipl.-Ing. Stephan Geuder von der Autobahndirektion Bayern berichteten über die Spritzbetonvortriebe des Tunnels Oberau in Bayern, der in einem Teilabschnitt die stark durchlässigen Kiese des Gießenbachtals durchquert – unter setzungsempfindlicher Bebauung und bei geringer Überdeckung. Die Autoren stellten ein Hebungsinjektionskomzept für grobkörnige Böden vor, das erfolgreich unter einer 6000 m² großen Industriehale angewendet wurde. Weitere Vorträge dieses Themenblocks behandelten „Kombinierte Injektionsmaßnahmen zur Stabilisierung und Rückstellung von Einzelfundamenten einer Lagerhalle unter Aufrechterhaltung des Betriebs“ (Stepahn Gutjahr, Reiner Otterbein), „Experimentelle Untersuchungen zur Injizierbarkeit von Acrylatgelen in verschiedenkörnigen Böden“ (Yashar Forouzandeh, Conrad Boley, Götz Tintelnot), und „Digitales Dokumentations- und Datenmanagement bei Injektionsmaßnamen“ (Michael Ouschan, Philipp Maroschek, Severin Sabew, Leopold Winkler).

Bauwerksabdichtung

Prof. Dr.-Ing. Dietmar Mähner (FH Münster), Dipl.-Ing. Hendrik Schälicke (Prof. Dr.-Ing. Dieter Kirschke) und Dipl.-Ing. Michael Engels (Desoi) präsentierten eine Technik zur minimalinvasiven Nachdichtungsinjektion für Bauwerksfugen mit Hilfe einer Injektionsbohrnadel, die neben Tiefgaragen und Grundwasserwannen auch in Tunneln in offener und bergmännischer Bauweise sowie in Tübbing-Tunnelröhren zum Einsatz kommen kann.

Eidg. Dipl. ML Ruben Schmid und Dennis Wagner (Rascor) berichteten über Abdichtungsinjektionen am Eurasia-Tunnel in Istanbul, die während der Tunnelbauphase des ambitionierten Projekts zur Bosporus-Unterquerung durchgeführt wurden. Zu den Herausforderungen gehörten dabei ein hoher Wasserdruck von rund 11 bar sowie der hohe Salzgehalt des Wassers; beides beeinflusste das Abdichtungskonzept sowie die Auswahl der Injektionsstoffe maßgeblich.

 

Bauwerksertüchtigung

In diesem Themensegment berichteten Dipl.-Geol. Felix Freude und Dipl.-Ing. Bernd Gebauer (Gebauer Ingenieur GmbH) sowie Dipl.-Ing. Johann Hechenbichler (Züblin Spezialtiefbau) über die mehrstufige Ertüchtigung zweier Stollenanlagen mittels Injektionstechnik im Rahmen der Generalsanierung des Alzkanals in Bayern.

 

Baugrundabdichtung

In ihrem Vortrag zum Thema Baugrundabdichtung widmeten sich Dr.-Ing- Martin Wittke und Dipl.-Ing. Dieter Schmitt (WBI GmbH) dem Thema der vorauseilenden Abdichtung für Tunnelbaumaßnahmen im Rahmen des Projekts Stuttgart 21. Im Speziellen ging es dabei um die Abdichtung der Übergangszone zwischen unausgelaugtem und ausgelaugtem Gipskeuper anhand von Injektionen mit Pasten, Suspensionen und Polyurethanen.

 

Der Tagungsband zum Forum Injektionstechnik mit Langfassungen aller Vorträge in deutscher Sprache ist als Band 52 der Reihe „Forschung + Praxis“ bei der STUVA erschienen.

 

4. Forum Injektionstechnik, 4.–5. Nov. 2020

Das vierte Forum Injektionstechnik wird am 4. und 5. November 2020 stattfinden. www.forum-injektionstechnik.de bietet Informationen zur Veranstaltung, zudem kann man sich in der Newsletter-Mailingliste für das Forum 2020 eintragen.

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