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Internationales Tunnel-Forum: Topaktuelle Themen im Fokus

Auch auf der diesjährigen InnoTrans in Berlin werden im „International Tunnel Forum“ wieder topaktuelle Fragen rund um die Themen Mobilität und Tunnelbau diskutiert. Die Organisation und inhaltliche Ausrichtung dieses Forums übernimmt die Studiengesellschaft für unterirdische Verkehrsanlagen e. V. (STUVA). Unterschiedliche Aspekte und Sichtweisen werden im Forum an zwei Tagen präsentiert und diskutiert. Der Teilnehmer erhält dadurch Anregungen und Handlungsempfehlungen für seine Arbeit.

Instandhaltung und Sanierung

Die Frage des ersten Tags lautet: „Instandhaltung und Sanierung – Die zukünftigen Aufgaben im Tunnelbau?“ Hintergrund dieser Frage ist, dass eine Vielzahl der Eisenbahntunnel in Europa eine Nutzungsdauer von 150 Jahren und mehr aufweist. Zudem sind U-Bahnnetze in zahlreichen europäischen Städten inzwischen weitgehend fertiggestellt und manche Teilstrecken auch schon über 100 Jahre alt. Die Bauaktivitäten müsen sich demnach mehr und mehr vom Neubau auf Instandhaltung und Instandsetzungsarbeiten von Tunneln verlagern.

Da Tunnel einen integralen Bestandteil eines effizienten Verkehrsnetzes darstellen, werden sie zu Recht als „kritische Infrastrukturen“ bezeichnet. Und weil im Falle der Nichtverfügbarkeit extreme Störungen im gesamten Netz entstehen, müssen insbesondere Sanierungen oft bei laufendem Betrieb durchgeführt werden. Deshalb bedingen die zunehmenden Aktivitäten im Umfeld von Instandhaltung und Grundsanierung in der Regel vertiefte organisatorische und logistische Überlegungen und erfordern Weiterentwicklungen und technologische Verbesserungen. Die Themenkönnen dabei sehr weitreichend sein: Betoninstandsetzung, eine Vergrößerung des Lichtraums und Fragen der Betriebstechnik spielen eine wichtige Rolle.

Finanzierung neuer Tunnelprojekte

Der zweite Tag ist dem Thema gewidmet: „Sind neue Tunnel noch finanzierbar?“, denn gerade in Zeiten knapper Kassen ist es umso wichtiger mit den verfügbaren monetären Ressourcen sparsam umzugehen. Verfolgt man die öffentliche Berichterstattung in Bezug auf Gegendemonstrationen bei Großprojekten, kann man leicht den Eindruck gewinnen, Tunnel zu bauen sei purer Luxus und heutzutage könne man sich diesen Luxus nicht mehr leisten. Dass es rechnerisch nachvollziehbare Gründe für Tunnel gibt, und dass die Kosten-/Nutzen-Rechnung auch zu Gunsten eines Tunnels ausfallen kann, liegt außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung. Um potentielle Einsparpotentiale aufzuzeigen, stellt sich beispielsweise die Frage, welche Teile besonders kostenintensiv sind und ob es dafür Alternativen gibt. Neben den reinen Herstellungskosten für den Rohbau haben auch die verschiedenen betriebstechnischen Ausrüstungskomponenten einen Einfluss auf die Kosten. Gerade die Tunnelausrüstung verursacht wegen der gegenüber der Betonkonstruktion deutlich geringeren Lebensdauer hohe laufende Kosten. Im Forum wird deshalb untersucht, ob aktuelle Forschungsergebnisse finanzielle Einsparpotenziale bieten und ob es auch abseits der Standards alternative Finanzierungsmöglichkeiten gibt.

Programm

Mittwoch, 24. September 2014, 14:00-16:00 Uhr
Instandhaltung und Sanierung – Die zukünftigen Aufgaben im Tunnelbau?
 
Diskussionspartner:

 Dipl.-Ing. (ETH) Rolf Gabriel, Abteilungsleiter Untertagbau, IUB Engineering AG, Schweiz

 Dipl.-Ing. Josef Heßling, Leiter Vertrieb & Technische Beratung, GTA Maschinensysteme GmbH

 Luc Lallemand, Chief Executive Officer, Infrabel, Belgien

 Dipl.-Ing. Jörn Schwarze, Mitglied des Vorstands, Kölner Verkehrs-Betriebe AG
 

Donnerstag, 25. September 2014, 14:00-16:00 Uhr

Sind neue Tunnel noch finanzierbar?

Diskussionspartner:

 Dipl.-Ing. (ETH) Heinz Ehrbar, Leiter Großprojekte DB Netz AG

 Hilmar von Lojewski, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Verkehr, Deutscher Städtetag und Städtetag Nordrhein-Westfalen

 Dr.-Ing. Ludger Speier, Geschäftsführender Gesellschafter, ZERNA Planen und Prüfen GmbH

 Dipl.-Ing. Dietmar Zierl, ÖBB-Infrastruktur AG, Streckenmanagment und Anlagenentwicklung, Koordinator Brenner Basistunnel, Österreich
 

CityCube Berlin, Ebene 3, Raum M8
Teilnahmegebühr: freier Eintritt für Fachbesucher
Konferenzsprachen: Deutsch, Englisch
Ansprechpartner: Dr.-Ing. Roland Leucker (Moderation)
E-Mail:

Schedule

Wed., Sept. 24, 2014, 2 to 4 pm
Maintenance and Refurbishment – What are the future Tasks of  Tunnelling?

Panellists:

 Dipl.-Ing. (ETH) Rolf Gabriel, Department Head Underground Work, IUB Engineering AG, Switzerland

 Dipl.-Ing. Josef Heßling, Marketing & Technical Consulting Manager, GTA Maschinensysteme GmbH

 Luc Lallemand, Chief Executive Officer, Infrabel, Belgium

 Dipl.-Ing. Jörn Schwarze, Board Member, Kölner Verkehrsbetriebe AG
 

Thurs., Sept. 25, 2014, 2 to 4 pm

Are new Tunnels still financially viable?

Panellists:

 Dipl.-Ing. (ETH) Heinz Ehrbar, Manager Major Projects DB Netz AG

 Hilmar von Lojewski, responsible for Urban Development, Building, Housing and Transport, Association of German Cities and Association of Cities in North Rhine Westphalia

 Dr.-Ing. Ludger Speier, Managing Partner, ZERNA Planen und Prüfen GmbH

 Dipl.-Ing. Dietmar Zierl, ÖBB Infrastruktur AG, Route Management and System Development, Brenner Base Tunnel Coordinator, Austria

CityCube Berlin, Level 3, Room M8
Participation fee: trade visitors free-of-charge
Conference languages: German and English
Contact person: Dr.-Ing. Roland Leucker (chair)
E-mail:

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