Baustart für den Pfaffensteigtunnel – Inbetriebnahme für 2033 vorgesehen
Mit einem symbolischen Baggerbiss hat die Deutsche Bahn am 12. Oktober 2026 gemeinsam mit vielen Partnern mit dem Bau des Pfaffensteigtunnels begonnen. Er verbindet ab 2033 die Gäubahn aus und in Richtung Zürich mit der Infrastruktur von Stuttgart 21.
Die Baumaßnahmen für den rund 11 km langen Pfaffensteigtunnel haben im Oktober 2026 begonnen
Credit/Quelle: DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH
Die Besonderheit beim Bau des rund 11 km langen Tunnels und der anschließenden rund 3 km langen Bahnstrecke zwischen dem Tunnel und Böblingen: Die neue Infrastruktur wird im sogenannten Partnerschaftsmodell Schiene realisiert. Dabei planen und bauen die Bahn und ihre Allianzpartner vom ersten Tag an alles gemeinsam und tragen auch gemeinsam die Verantwortung für Zeitplan und Kosten.
Partnerschaftsmodell Schiene
Stefan Kratochwill, Vorsitzender des Vorstands Strabag SE: „Der Pfaffensteigtunnel ist ein Projekt, das höchste Anforderungen an die Planung, Koordination und Bauausführung stellt. Der Tunnelanschlag markiert den Übergang von intensiver gemeinsamer Vorbereitung in die sichtbare Realisierung. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn und unseren Partnern setzen wir auf modernste Tunnelbautechnik, digitale Planungsmethoden und eine partnerschaftliche Projektabwicklung.“
Ziel des Partnerschaftsmodells Schiene ist, komplexe Großprojekte schneller und günstiger fertigzustellen. Im Unterschied zur bisherigen, konventionellen Verfahrensweise bei Großprojekten hat die DB gemeinsam mit ihren Allianzpartnern FCP, Geoconsult, Hörmann, iC-Consulenten, Rhomberg Bahntechnik, Spitzke, Strabag, Swietelsky, Wayss & Freytag und Züblin neben der Entwurfs- und Genehmigungsplanung auch einen gewerkeübergreifenden Terminplan erstellt. Zeit- und Budget-Risiken wurden gemeinsam identifiziert, bewertet und im Termin- und Kostenrahmen berücksichtigt.
Pfaffensteigtunnel verbindet Gäubahn mit Stuttgart 21
Der Ausbau der Gäubahn – und damit auch der Bau des Pfaffensteigtunnels – ist im Bedarfsplan für die Bundesschienenwege als vordringlich aufgeführt. Somit liegt der Pfaffensteigtunnel als Teil des Bundesschienenwegeausbaugesetzes im „überragenden öffentlichen Interesse“. Der Bau des Vorhabens wurde Ende 2025 zwischen Bund und DB InfraGO AG vereinbart; am 9. Februar 2026 starteten die vorbereitenden Baumaßnahmen.
Mit dem Pfaffensteigtunnel wird die Gäubahn an den Flughafen sowie weiterführend an den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof angeschlossen. Somit erfüllt der Tunnel auch einen wesentlichen Teil des von den Stuttgart-21-Projektpartnern geschlossenen Finanzierungsvertrags.
Der Tunnel bildet die Basis für eine rund 15 Minuten kürzere Reisezeit zwischen Stuttgart und Zürich. Das verbessert auch die Anschlüsse entlang der Strecke. Viele Fahrgäste profitieren überdies davon, dass sich die Reisezeit zwischen Böblingen und Flughafen von heute 22 auf künftig etwa 7 Minuten verkürzt. Zudem können Reisende von der Gäubahn aus künftig bereits am Flughafen bequem auf schnelle Verbindungen in Richtung Ulm und München umsteigen – und umgekehrt.
10,8 km bergmännischer Tunnelvortrieb
Die Planung des Projekts Gäubahnausbau Nord mit dem Pfaffensteigtunnel ist in Abschnitte aufgeteilt. Die für den Planfeststellungsabschnitt (PFA) 1 Ende 2025 erteilte Baugenehmigung umfasst den bergmännisch herzustellenden Teil des Pfaffensteigtunnels mit einer Länge von 10,8 km. Im PFA 2 schließt sich der in offener Bauweise zu errichtende rund 300 m lange Teil des Pfaffensteigtunnels an, gefolgt vom oberirdischen, rund 3 km langen Streckenabschnitt bis zur zwischen Böblingen und Sindelfingen gelegenen S-Bahn-Station Goldberg. Die Planfeststellungsunterlagen für den zweiten Projektabschnitt hat die Bahn im April 2025 beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingereicht. Der symbolische Baubeginn am 12. Oktober fand am zukünftigen Rettungsstollen des Pfaffensteigtunnels statt. Ab dem Jahr 2033 sollen Reisende den neuen Tunnel nutzen können.
