Tunnel-Durchschlag bei der Elbquerung ElbX
Am 22. Juni erfolgte beim Tunnelbau der Elbquerung ElbX im Auftrag von TenneT Germany und gemeinsam mit den Projektpartnern der Durchschlag. Die von Porr realisierten Tunnelbauarbeiten im Rahmen des Großprojekts SuedLink verbinden auf einer Länge von rund 5,2 Kilometern Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Elbquerung zählt zu den Schlüsselabschnitten der Stromtrasse, die künftig erneuerbare Energie vom Norden in den Süden Deutschlands transportiert.
20 Meter unter dem Flussbett der Elbe
Für den Bau des Tunnels hatte die ARGE Tunnel ElbX (Porr und Wayss & Freytag Ingenieurbau AG) bei der Herrenknecht AG eine speziell auf die Projektanforderungen ausgerichtete Tunnelbohrmaschine (TBM) in Auftrag gegeben. Die TBM vom Typ Mixschild hat 4900 mm Durchmesser, ist 190 m lang und wiegt insgesamt 700 Tonnen.
Am 22. Juni 2026 erfolgte beim Tunnelbau der Elbquerung ElbX im Auftrag von TenneT Germany der Durchschlag der TBM
Credit/Quelle: Herrenknecht
Herausfordernd für den Tunnelvortrieb waren bei ElbX insbesondere die Geologie, die hohe Wasserdurchlässigkeit des Baugrunds bzw. der Wasserdruck unter der Elbe, und der für einen Mixschild relativ kompakte Durchmesser.
„Auf der Bohrstrecke unter der Elbe findet sich eine sehr wechselhafte Geologie aus Ton, Klei, Torf, Sand, Kies sowie Steinen und Findlingen. Gegenden äußerst klebrigen Lauenburger Ton auf der geologisch sehr heterogenen Bohrstrecke ist die TBM mit einer starken Zentrumsspülung am Schneidrad mit einer Kapazität von 500 m³ pro Stunde ausgestattet“, erklärt Herrenknecht-Projektleiter Johannes Faißt. Insgesamt flossen stündlich beeindruckende 1200 m³ Bentonitsuspension durch den Förderkreislauf der Maschine. Damit wurde verhindert, dass das Schneidrad und die darauf montierten Abbauwerkzeuge verkleben.
Der Mixschild ist gegen den Wasserdruck von bis zu 3,8 Bar, der 20 m unter dem Flussbett herrscht, mit einem mehrfachen Dichtungssystemabgedichtet. Der Tunnel wird einen Innendurchmesser von 4 m und einen Außendurchmesser von 4,60 m haben. Für den Trassenverlauf von ElbX mit Kurve, Gefälle und Steigung wurde die TBM mit einem Navigationssystem der Herrenknecht-Tochtergesellschaft VMT ausgestattet.
Durchschlag wurde früher als geplant erreicht
Auf den letzten rund 400 Metern profitierte das Projektteam besonders von günstigen Baugrundverhältnissen, die außergewöhnliche Vortriebsleistungen ermöglichten. Dabei wurden neue Bestwerte auf der Baustelle erzielt: Der maximale Tagesvortrieb lag bei 32,6 m beziehungsweise 25 Tübbingringen, der Wochenrekord sogar bei 158,7 m.
Über die gesamte Bauzeit hinweg war der Vortrieb von wechselhaften und anspruchsvollem Baugrundverhältnissen im Grundwasser der Elbe geprägt; dennoch konnte der Durchschlag früher als prognostiziert erreicht werden. Mit dem Erreich des Zielschacht Ende Juni.2026 schloss die Elsa getaufte Tunnelbohrmaschine die im Februar 2025 gestarteten Vortriebsarbeiten ab.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des maschinellen Vortriebs beginnen nun der Innenausbau und die technische Ausrüstung des Tunnels. Nach Fertigstellung wird die Elbquerung zwischen Wewelsfleth (Schleswig-Holstein) und Wischhafen (Niedersachsen) als Teil der Stromtrasse SuedLink künftig leistungsstarke 525-Kilovolt-Gleichstromkabel unter dem Fluss hindurchzuführen, um Windstrom aus Norddeutschland in die südlichen Regionen zu transportieren. Die Stromtrasse ist auf eine Übertragungskapazität von 4 Gigawatt ausgelegt und gilt als ein zentrales Schlüsselprojekt der deutschen Energiewende.
