5. Felsmechanik- und Tunnelbautag

Am 23. Mai 2019 fand der 5. Felsmechanik- und Tunnelbautag im WBI-Center in Weinheim an der Bergstraße statt. Die informative Kurztagung mit hochkarätigen Vorträgen wurde gemeinsam von der WBI GmbH, der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH, DB Netze und dem Arbeitskreis Bautechnik des Württembergischen Ingenieurvereins ausgerichtet.

Zur Eröffnung erläuterte Gerd Dietrich Bolte, Leiter Großprojekte Mitte bei der DB Netz AG, das Infrastrukturausbauprogramm „Frankfurt RheinMain plus“ mit 16 großen Schienenprojekten – darunter auch 44,5 km neue Schienenstrecke zwischen Gelnhausen und Fulda, mit einem Anteil von 31 km in Tunneln.

Manfred Leger, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH, gab einen Überblick über die Fortschritte des Großprojekts, so zum Beispiel über die erfolgreichen Vortriebe im Anhydritgestein der Tunnel Feuerbach und Bad Cannstatt, die kurz bevorstehenden Durchschläge beider Röhren des Albvorlandtunnels und den allgemeinen Stand der Arbeiten auf der Strecke Wendlingen–Ulm: 94 % der Vortriebe waren Ende Mai fertiggestellt sowie 89 % der Innenschalarbeiten.

Heinz Ehrbar, Leiter Competence Center Großprojekte 4.0 der DB Netz AG, stellte ebenso griffig wie unterhaltsam grundlegende Schlüsselfaktoren für den Erfolg großer Infrastrukturprojekte vor – vom Einsatz der „richtigen Leute an der richtigen Stelle“ über konsequentes Risiko- und Qualitätsmanagement bis hin zu einer von ethischen Werten geprägten Unternehmens- und Projektkultur.

Dr.-Ing. Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, widmete sich dem Thema „Innovationen beim maschinellen Tunnelbau“ – darunter das neue Verfahren E-Power Pipe zum exakten, oberflächennahen Verlegen von Erdkabeln über lange Strecken sowie die Anwendungsbereiche der Schachtabsenkanlage VSM und des Shaft Boring Roadheaders (SBR).

Dr.-Ing. Marcus Schenkel von der DB Netz AG sprach über den Planungsstand der Eisenbahn-Neubaustrecke Dresden–Prag mit einem Tunnel von mindestens 25 km Länge durch das Erzgebirge zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik. Die Deutsche Bahn arbeitet eng mit der tschechischen Eisenbahn-Infrastrukturverwaltung SŽDC zusammen. Derzeit wird ein gemeinsamer Planungsvertrag erarbeitet, der die Planung für den Bau des grenzübergreifenden Tunnels regelt. Die genaue Tunnellänge steht noch nicht fest; aktuell werden auf deutscher Seite noch die Trassierungsvarianten untersucht.

Prof.-Dr.-Ing Walter Wittke erläuterte anhand von Anwendungsbeispielen die wirtschaftliche und sichere Bemessung von Bauwerken im klüftigen Fels mit dem Modell AJRM (Anisotropic Jointed Rock Mass Model).

Auch in den folgenden Sitzungen des Tages wurden fachlich sehr qualifizierte und interessante Vorträge geboten. Diese widmeten sich – unter anderem – Themen wie den anspruchsvollen Auffahrungen großer Hohlräume für ein Endlager radioaktiver Abfälle im früheren Eisenerzbergwerk Konrad, den fünf teilweise noch im Bau befindlichen Straßentunneln der bayrischen Tunnelkette Loisachtal, aktuellen Bauberichten aus dem Projekt Stuttgart 21 sowie der Möglichkeit des satellitengestützten Monitorings von Bodenbewegungen beim Berg- und Tunnelbau.

Walter-Wittke-Preis an Dr. Anna Ramon Tarragona

Der diesjährige Walter-Wittke-Preis wurde an Dr. Anna Ramon Tarragona von der Universitat Politècnica de Catalunya in Barcelona vergeben. Sie hielt im Anschluss an die Preisvergabe ihren Vortrag „Interaction of Infrastructures with Anhydritic Rocks and its Hydro-Chemo-Mechanical Modelling“.

Auch 2020 wird wieder der Walter-Wittke-Preis verliehen. Einreichungen sind bis zum 1. März 2020 möglich. Teilnahmebedingungen und Unterlagen dazu finden Sie auf www.ajrm.de.

Der 6. Felsmechanik- und Tunnelbautag wird am 7. Mai 2020 im WBI-Center in Weinheim stattfinden. Nähere Infos dazu finden Sie auf der Website www.felsmechanik.eu.

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