Österreich

Koralmbahn: Tunnelketten Granitztal und St. Kanzian

Tunnelkette Granitztal

Die Tunnelkette Granitztal ist Teil der 130 km langen Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt; sie liegt im 7,8 km langen Abschnitt zwischen St. Andrä und Aich, mit deren Bauausführung die ÖBB-Infrastruktur AG die Arbeitsgemeinschaft Implenia (Federführung) und Hochtief Infrastruktur beauftragt hat. Der Auftragswert der durchgehend zweigleisigen Neubaustrecke beträgt rund 140 Millionen Euro. Kernstück ist dabei die 6,3 km lange Tunnelkette Granitztal mit den beiden bergmännischen Tunneln Deutsch Grutschen (rd. 2,6 km) und Langer Berg (rd. 2,9 km), die wie der Koralmtunnel als zweiröhrige Tunnel mit Querschlägen und Notausgängen sowie einer Lüftungszentrale auszuführen sind. Der Granitzbach wird mit einer geschlossenen Tunnelbrücke, der Einhausung Granitztal (0,6 km), überquert. Nach Baubeginn Anfang 2015 ist der Abschluss der Arbeiten für April 2020 vorgesehen.

 

Tunnelkette St. Kanzian

Anfang Februar 2015 vergab die ÖBB-Infrastruktur AG zudem die Arbeiten für die Tunnelkette St. Kanzian zwischen Schreckendorf und Peratschitzen, zu der als Hauptbestandteile der 620 m lange Tunnel in Srejach und der 665 m lange Tunnel in Untersammelsdorf gehören. Das Hauptbaulos auch mit einigen Brückenbauwerken und freien Streckenbereichen wird für rund 140 Millionen Euro von der Arbeitsgemeinschaft Kostmann/Baresel ausgeführt.

Die beiden ebenfalls zur Koralmbahn gehörenden Tunnel werden im „Seeton“ errichtet, einem besonderen tonigen und stark wasserhaltenden, lehmigen Material. Deshalb müssen vor Baubeginn der beiden Tunnelbauten umfangreiche Bodenverbesserungen, zum Beispiel Injektionen per Düsenstrahlverfahren, durchgeführt werden. Die beiden Tunnel werden danach in Deckelbauweise oder in der geschlossenen Bauweise mit Baggervortrieb ausgeführt. Bereits vor fünf Jahren wurde deshalb in Untersammelsdorf ein Versuchsfeld  zum Testen unterschiedlicher Arten von Bohrpfählen und Düsenstrahlsäulen gebaut. Das nicht weiter verwendbare Aushubmaterial wird in einer Bauschutt- und Baurestmassendeponie vor Ort entsorgt. Diese Tunnelbauwerke sollen im Rohbau bis 2019 fertiggestellt werden.⇥G. B.

Literatur/References

[1]  Koralmtunnel: Baubeginn im Hauptabschnitt. Tunnel 7/2013, S. 4 und 6/2013, S. 56-58

[2]  Koralmbahn: Auschreibung des längsten Tunnelloses. Tunnel 2/2013, S. 4

[3]  Brux, G.: Koralmtunnel und neuer Semmering Basistunnel: Stand der Dinge. Tunnel 2/2014, S. 56-60

[4]  Koralmtunnel: Sicherheit beim Bau und nach Inbetriebnahme. Tunnel 8/2014, S. 12-13

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