Österreich

Koralmtunnel – Gewaltiger Bohrkopf, präzise Verschraubung

Einer der längsten Eisenbahntunnel der Welt entsteht: Der Koralmtunnel im Südosten Österreichs soll die Steiermark und Kärnten verbinden und die Fahrzeit von Graz nach Klagenfurt von drei auf eine Stunde verkürzen. Im Jahr 2022 soll das rund 33 km lange Kernstück der Koralmbahn fertig werden. Dann wird der Tunnel durch die Koralpe ein integraler Bestandteil der Eisenbahn-Hochleistungsverbindung sein, die Polen, Tschechien, die Slowakei, Österreich und Italien miteinander verknüpft. Nach dem voraussichtlichen Abschluss der Arbeiten im Jahr 2018 wird er einer der längsten Eisenbahntunnel der Welt und nur der Tunnel unter dem Ärmelkanal und der Gotthard-Basistunnel werden länger sein.

Durch den Stein frisst sich ein 180 m langer Tunnelbohrer. 80 Einzelmeißel im ca. 100 t schweren Bohrkopf sorgen für einen Vortrieb von 25 bis 30 m pro Tag, an mehr als 240 Tagen jährlich. Damit die gigantische Tunnelbohrmaschine einwandfrei ihren Dienst verrichten kann, benutzen die Wartungsspezialisten ausschließlich Hydraulikschrauber von Hytorc.

Ein eigener Arbeitstrupp der für den Bau verantwortlichen Arbeitsgemeinschaft ARGE Kat2 – bestehend aus Strabag AG und Jäger Bau GmbH – ist als Wartungsschicht eingerichtet. Sie muss unter anderem regelmäßig die Meißel wechseln. Im Durchschnitt wird ein Meißel alle 5 m Vortrieb gewechselt. „Dabei sind Hytorc-Hydraulikschrauber für uns durch nichts zu ersetzen“, sagt Maschinenmeister Walter Pacher. Erstmals genutzt wurden die Werkzeuge beim Einrichten der Baustelle, weil sie von Montagefirmen mitgebracht wurden und gute Dienste leisteten. Auch für das Einrichten der Baustelle werden Hytorc-Werkzeuge aufgrund der guten Erfahrungen inzwischen standardmäßig genutzt.

Zum Einsatz kommen Schrauber wie der Hytorc Avanti. Der Multifunktions-Dehn- & Drehmomentschrauber ist kompakt und gemacht für klassisch kalibriertes, drehmomentgesteuertes Verschrauben von Standard-Muttern mit Reaktionsarm, Inline-Schienen oder Sonderarmen. Wahlweise funktioniert der Schrauber auch ohne Reaktionsarme und Gegenhalteschlüssel mithilfe einer Abstütz-Unterlegscheibe mit eingepresstem Gewindesegment (Hytorc DISC).

Die Aker Wirth GmbH veranschlagt für den Wechsel der von ihr produzierten Meißel 45 min. Die ehrgeizigen Wartungsteams des Koralm-Projekts schaffen es dank der cleveren Werkzeuge zum Teil binnen 20 min – ohne dabei die entsprechenden Vorschriften zu verletzen. „Unsere raue Arbeitsumgebung erfordert stabile, haltbare aber auch handliche Werkzeuge“, fügt Pacher hinzu. „Außerdem müssen die Arbeiten sehr präzise auf Drehmoment, schnell und sicher erledigt werden. Die Hytorc-Werkzeuge erfüllen diese Anforderungen zuverlässig.“ Am Bohrkopf muss besonders akkurat gearbeitet werden, da jede Verschmutzung in der Verschraubung eines Meißels dazu führen kann, dass die Einzelmeißel sich losschlagen und deswegen die komplette Maschine stillsteht. Aber nicht nur am Kopf des Bohrers kommen Hytorc-Hydraulikschrauber zum Einsatz: „Eigentlich werden alle großen Schraubverbindungen am Bohrer hydraulisch verschraubt“, sagt Goliasch, Maschineningenieur und im Bauleiterteam verantwortlich für das reibungslose Funktionieren aller Maschinen, Anlagen und Werkzeuge.

Auf Geschwindigkeiten von 250 km/h ist der Koralmtunnel ausgelegt. Gebaut wird die Röhre über eine Strecke von ca. 12 km nach der seit den 1950er-Jahren üblichen „Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode“, die sich die Eigentragfähigkeit des Gebirges zu nutze macht. Die mit Tunnelbohrmaschinen aufgefahrenen Strecken werden mit insgesamt mehr als 17.000 Betonringen mit einer jeweiligen Einzelmasse von gut 47 t gesichert. Der Innenradius der Tunnelröhre beträgt nach dem Ausbau knapp 4,4 m. Noch nie sind weltweit sol lange Vortriebe mit diesem Durchmesser gefahren worden. Der bisherige Spitzenwert liegt bei 12 km, beim Koralm-Projekt werden die beiden Röhren 14 und 17 km lang sein.

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