O2-Dekompression nach Druckluftverordnung mit angepassten Ausschleustabellen

Ursprünglich entwickelt für Caissonarbeiten bei Brückenfundamenten oder für Tunnel, die komplett unter Überdruck aufgefahren werden, haben sich Druckluftarbeiten in den letzten Jahrzehnten auch im TBM-Tunnelbau als Standard etabliert. Nachdem bei der Ausschleusung ohne Verwendung von Sauerstoff und aufgrund risikobehafteter Dekompressionstabellen gehäuft Drucklufterkrankungen aufgetreten waren, wurden die Verfahren untersucht und neu bewertet. Das Resultat war die Einführung neuer Ausschleustabellen unter O2-Verwendung.

Grundlagen

Durch die Anwendung von Sauerstoff in der Dekompression wird der Stickstoff im Körper des druckluftexponierten Mitarbeiters schneller aus dem Gewebe eliminiert. Dabei wird 100 % reiner (medizinischer) Sauerstoff bei Druckstufen von 1,0 und 0,5 bar Überdruck über eine Atemmaske verabreicht. Der höhere Anteil von physikalisch gelöstem Sauerstoff im Blutserum und im Körpergewebe unterstützt den Austausch des Stickstoff nach Teilsättigung, der sich bei Arbeiten in Überdruck mit der Zeit anreichert. Aufgrund der wirksamen Erhöhung des Gesundheitsschutzes wurde die Ausschleusung mit...

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