U-Bahnlinie U5 in Hamburg: Vergabe- und Zuschlagskriterien für Nachhaltigkeitsanforderungen
Die Dekarbonisierung von Infrastrukturgroßprojekten ist ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor. Öffentliche Bauherren können dazu beitragen, indem sie Nachhaltigkeitsaspekte in Vergabe- und Zuschlagskriterien berücksichtigen. So lassen sich Impulse für emissionsärmere Baustoffe und Bauverfahren setzen und die Transparenz in Lieferketten verbessern. Am Beispiel der Hamburger U-Bahnlinie U5 zeigt der Beitrag, wie Nachhaltigkeit schrittweise und vergaberechtskonform in Beschaffungsprozesse integriert werden kann. Im Fokus stehen Kriterien zur Reduktion von Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) sowie zur Berücksichtigung von Umwelt- und sozialen Risiken, insbesondere in Stahl- und Betonlieferketten.
Infrastrukturgroßprojekte sind aufgrund ihres hohen Material- und Energieeinsatzes mit erheblichen Klimawirkungen verbunden. Einen wesentlichen Anteil an den baubedingten Treibhausgasemissionen haben insbesondere Stahl und Beton. Deren Lieferketten sind häufig global organisiert und komplex, woraus sich erhöhte Anforderungen an Transparenz und Nachvollziehbarkeit ergeben.
In bisherigen Vergabeverfahren für Ingenieur- und Bauleistungen standen überwiegend Kosten, Termine und technische Funktionalität im Vordergrund....
