Teilnehmerrekord beim 9. Münchener Tunnelbausymposium
Das Münchener Tunnelbausymposium findet alle zwei Jahre an der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg statt. 2024 konnten sich die Veranstalter bereits über eine beachtliche Zahl von 230 Besuchern freuen. Die mittlerweile neunte Auflage der Fachveranstaltung für Tunnelbauexperten knackte am 3. Juli 2026 nun mit 280 Teilnehmern die Bestmarke, und zwar deutlich.
Organisiert wurde das 9. Münchener Tunnelbausymposium von der Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen (STUVA) und dem Förderverein Konstruktiver Ingenieurbau der Universität der Bundeswehr München; unterstützt wurden sie dabei vom Bundesministerium für Verkehr (BMV), der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr sowie der Bauindustrie.
Die Veranstaltung fand im gut gefüllten Audimax der Universität statt; in den Pausen zwischen den Vortragsblöcken erwartete die Gäste Aus Deutschland, der Schweit, Österreich und Italien eine kleine aber feine Fachausstellung im Foyer.
Insgesamt zwölf Fachvorträge waren vom Programmausschuss für die vier Themenblöcke „Tunnel in Bayern“, „Internationale Großprojekte“, „Vertragsmodelle und Risiko“ und „Zukunft Tunnelbau“ ausgewählt worden. Die Sessionsleitung der einzelnen Themenblöcke übernahmen Univ.-Prof. Dr.-Ing. Thomas Bramel, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Conrad Boley und Univ.-Prof. Dr. techn. Philip Sander von der Universität der Bundeswehr München, sowie Prof. Dr.-Ing. Roland Leucker, Geschäftsführer der STUVA in Köln.
Die Vorträge befassten sich mit praxisrelevanten Fragenstellungen am Beispiel einer Vielzahl aktueller Tunnelbauprojekte. Natürlich besonders naheliegend: die 2. S-Bahn-Stammstrecke in München. Ein spannender Projektvortrag befasste sich mit den tunnelbautechnischen Herausforderungen beim innerstädtischen Druckluftvortrieb in Spritzbetonbauweise. Mit dieser Methode wird derzeit im Münchener Lockergestein der Verbindungsstollen zwischen der neuen S-Bahnstation Marienhof und der bestehenden U-Bahnstation Marienplatz gebaut. Ein weiterer Vortrag zum Tunnelabschnitt Haidenauplatz der 2. Stammstrecke erläuterte die Anwendung des Partnerschaftsmodells Schiene bei einem Tunnelbauprojekt – mit frühzeitiger Einbindung aller Projektbeteiligten, gemeinsamem Risikomanagement und transparenter Open-Book-Abrechnung.
Die Session der Internationalen Großprojekte beinhaltete zwei sehr unterschiedliche Vorträge zur Produktion von Betonfertigteilen für den Tunnelbau: angefangen mit der Produktion der riesigen Betonelement für den Fehmarnbelttunnel und fortgeführt mit an die jeweiligen Randbedingungen angepassten Automatisierungslösungen für den Betrieb von Tübbingproduktionen für die zweite Röhre des Gotthard-Straßentunnels.
Im Themenblock zur Zukunft des Tunnelbaus ging es um drei Schwerpunkte: KI-gestützte Prozesse, ressourceneffizientes Bauen und – Erfahrung, aus der sich Lehren für die Zukunft ziehen lassen. Diese Lehren leitete Prof. Konrad Bergmeister anhand von Erkenntnissen aus transeuropäischen Tunnelprojekten ab, die technische Meisterleistungen im Infrastrukturbau darstellen und gleichzeitig neue Maßstäbe für die europäische Integration, den Klimaschutz und die Mobilität setzen.
Marvin Klostermeier
