Brandbergtunnel: Konzepte und Schutzmaßnahmen für den Vortrieb in asbesthaltigem Gestein

Der 880 m lange Brandbergtunnel bei Winden im Elztal (Baden-
Württemberg) ist Teil der Ortsumfahrung B294, die bis 2024 fertiggestellt sein soll. Im Zuge der Vortriebsarbeiten am Brandbergtunnel wurde im März 2020 asbesthaltiges Gestein angetroffen. Daraufhin wurde ein umfangreiches Schutzkonzept erarbeitet und anhand der gewonnenen Erkenntnisse laufend fortgeschrieben. Für die geplante Überarbeitung der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 517, der rechtlichen Grundlage für Vortriebe im asbesthaltigen Gebirge, werden die beim Vortrieb des Brandbergtunnels gewonnen Erfahrungen bei der Neuauflage sicher mit einfließen. Die äußerst konstruktive Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten schaffte die wichtigste Voraussetzung für einen zügigen und zugleich sicheren Vortrieb, der im Mai 2021 abgeschlossen werden konnte.

1 Einleitung

Bis Mitte 2024 wird eine Ortsumfahrung der B294 um die Ortschaften Niederwinden und Oberwinden im Elztal gebaut, um die Ortschaften vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Bauherr ist das Regierungspräsidium Freiburg im Auftrag der Bundesrepu-
blik Deutschland. Der Tunnelbau wird von der ARGE Tunnel Brandberg ausgeführt, einer Arbeitsgemeinschaft aus den Firmen Baresel Tunnelbau GmbH und Heitkamp Construction Swiss GmbH.

Kern der Umfahrung ist der Tunnel Brandberg, welcher überwiegend durch Festgestein verläuft. Während des Vortriebs wurde natürliches asbesthaltiges Gestein festgestellt,...

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