Dänemark/Deutschland

Fehmarnbelt-Tunnel: Vorbereitungen für das Absenken der Tunnelelemente

Die Vorbereitung des Spezialschiffs IVY, das eine Schlüsselrolle beim Bau des Fehmarnbelt-Tunnels spielt, stand laut Informationen der Projektgesellschaft Femern A/S Ende Januar 2026 von kurz vor dem Abschluss. Die Zulassung des Absenkpontons liegt damit fast zwei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan.

Die Vorbereitung des Spezialschiffs IVY stand laut Informationen der Projektgesellschaft Femern A/S Ende Januar 2026 von kurz vor dem Abschluss
Credit/Quelle: Femern A/S

Die Vorbereitung des Spezialschiffs IVY stand laut Informationen der Projektgesellschaft Femern A/S Ende Januar 2026 von kurz vor dem Abschluss
Credit/Quelle: Femern A/S
Aktuell wird der Tunnelgraben für das Absenken vorbereitet. Der Graben wird an die Elemente angepasst. Der Auftragnehmer legt Kies aus, um einen ebenen Boden für die Tunnelelemente zu schaffen. „Wir befinden uns im engen Austausch mit der obersten Führungsebene der großen Bauunternehmen, die den Tunnel bauen sollen. Unser Fokus liegt darauf, die aktuellen Herausforderungen zu lösen und Wege zu finden, die das Projekt voranbringen“, sagt Mikkel Hemmingsen, Vorstandsvorsitzer von Sund & Bælt, dem Mutterkonzern von Femern A/S.

15 Tunnelelemente sind fertig

Bislang wurden in der Fabrik auf Lolland 15 Tunnelelemente gefertigt – das entspricht den ersten 2,7 Kilometern des Tunnels. Das beauftragte Bauunternehmen geht davon aus, dass das erste Element im Frühjahr 2026 abgesenkt wird. Die Verzögerung bedeutet jedoch, dass es nicht mehr realistisch ist, den Fehmarnbelt-Tunnel 2029 zu eröffnen.

Spezialschiff „Hebo Lift 9“

Ende Januar 2026 ist zudem ein neues Spezialschiff ist im Arbeitshafen in Rødbyhavn eingetroffen. Es handelt sich um den großen Schwimmkran „Hebo Lift 9”. Der Schwimmkran wird die riesigen Anker auf dem Meeresboden platzieren, an denen der Absenkponton IVY mit langen Stahlseilen befestigt wird, wenn das erste Tunnelelement vor der Küste Lollands abgesenkt wird.

Insgesamt kommen 8 Anker mit einem Gewicht von jeweils 500 t zum Einsatz. Die Anker haben die Form großer Kisten und werden auf den Meeresboden abgesenkt. Nachdem ein Element abgesenkt wurde, können die Anker vom Kran wieder aufgenommen und für das Absenken des nächsten Elements wiederverwendet werden. Der Schwimmkran „Hebo Lift 9” bewältigt das Gewicht mühelos, da der Kran bis zu 800 t heben kann. Der Kran hat eine Hubhöhe von 67 m und das Schiff ist 27 m breit.

Neuer Gesamtzeitplan

Sund & Bælt wird nach dem Absenken der ersten Tunnelelemente einen neuen Gesamtzeitplan für das gesamte Projekt vorlegen. Die Verzögerung wird sich auch auf die Gesamtbaukosten des Projekts auswirken.

Wie die vorherigen großen Infrastrukturprojekte, die Sund & Bælt realisiert hat – die Storebælt- und die Øresund-Verbindung – wird auch der Fehmarnbelt-Tunnel nutzerfinanziert. Die Finanzierung erfolgt über Kredite, die aus den Mauteinnahmen zurückgezahlt werden. Eine erwartete Verzögerung und Verteuerung beeinflusst daher ausschließlich die Amortisationszeit. Das Gesamtprojekt kann weiterhin wie geplant nutzerfinanziert umgesetzt werden. Die Rückzahlungszeit für den Fehmarnbelt-Tunnel und die Schienenanbindung in Dänemark wird voraussichtlich weiterhin im Rahmen des dänischen Baugesetzes liegen.

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