Fehmarnbelt-Tunnel: Spezialschiff IVY absolviert abschließende Tests
Das Spezialschiff, mit dem die Elemente für den Fehmarnbelt-Tunnel abgesenkt werden, absolviert derzeit im Arbeitshafen bei Rødbyhavn die letzten Tests vor der Zulassung durch die dänische Schifffahrtsbehörde. Dafür hat das Baukonsortium Femern Link Contractors (FLC) im März 2026 erstmals ein fertiges Tunnelelement fest mit den Absenkpontons IVY 1 und IVY 2 verbunden.
Das Baukonsortium Femern Link Contractors hat im März 2026 erstmals ein fertiges Tunnelelement fest mit den Absenkpontons IVY 1 und IVY 2 verbunden
Credit/Quelle: Femern A/S
Den ersten Teil der umfangreichen Tests, die zur Zulassung durch die dänische Schifffahrtsbehörde notwendig sind, haben die Absenkpontons bereits bestanden. Dabei wurden unter anderem alle Funktionen in zwei Konfigurationen getestet – wenn die beiden Absenkpontons verbunden und wenn sie getrennt voneinander sind.
In beiden Konfigurationen wird IVY zum Einsatz kommen: Die 217 Meter langen Standardelemente werden beim Transport und Absenken von jeweils einem Ponton an den Enden des Elements gehalten. Bei den Spezialelementen werden IVY 1 und IVY 2 hingegen direkt zusammengekoppelt und halten diese deutlich kürzeren Elemente mittig.
Nachdem die beiden Absenkpontons erfolgreich mit dem ersten Tunnelelement verbunden wurden, folgen nun weitere Tests. Dafür wird das Element, das momentan von den beiden Pontons wie Klammern gehalten wird, mit Gewichten beschwert, die der Menge des später einzufüllenden Ballastbetons entsprechen. Anschließend wird IVY das Element im Arbeitshafen testweise absenken und wieder anheben.
Absenkpontons IVY 1 und 2 wurden eigens für die Fehmarnbelt-Betonelemente konstruiert
„Bei IVY 1 und 2 handelt es sich um ein einzigartiges Spezialschiff, das passgenau für die Tunnelelemente des Fehmarnbelt-Tunnels gebaut wurde. Es hat länger gedauert als erwartet, das Schiff fertigzustellen und zu testen. Nun steht FLC kurz davor, die Genehmigung für das Spezialschiff zu erhalten, sodass es künftig seine zentrale Aufgabe beim Absenken der 89 Tunnelelemente übernehmen kann. Wir erwarten, dass das erste Element noch in diesem Frühjahr abgesenkt und mit dem Tunnelportal in Rødbyhavn verbunden werden kann“, sagt Lasse Vester, stellvertretender Direktor bei Sund & Bælt.
Wenn IVY die notwendige Genehmigung durch die dänische Schifffahrtsbehörde erhalten hat, wird es im Verbund mit dem Tunnelelement zum Anleger im dänischen Arbeitshafen gebracht. Dort wird Ballastbeton in das Element gepumpt. Ab dem Moment wird es nur noch durch den Auftrieb der beiden Absenkpontons über Wasser gehalten. Die beiden Absenkpontons sind mit insgesamt 23 Kilometern Stahlseil ausgestattet, verteilt auf 66 Winden. Diese kommen zum Einsatz, wenn das Element anschließend mit millimetergenauer Präzision in bis zu 40 Meter Tiefe in den Tunnelgraben abgesenkt wird.
Sund & Bælt hat zwei Ausschreibungen annulliert
Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels ist derzeit um rund zwei Jahre verzögert. Hintergrund sind die Herausforderungen bei der Fertigstellung des Spezialschiffs IVY. Aufgrund dieser Verzögerungen hat das dänische Staatsunternehmen Sund & Bælt, Mutterkonzern der Projektgesellschaft Femern A/S, im Februar 2026 beschlossen, zwei laufende Ausschreibungen aufzuheben. Die erste Ausschreibung betrifft den Bau der Gleis- und Oberleitungsanlagen im Tunnel. Die zweite betrifft einen Vertrag für neue Mautstationen für den Fehmarnbelt-Tunnel in Rødbyhavn sowie die Storebælt-Verbindung bei Halskov. Sund & Bælt will einen neuen Zeitplan ausarbeiten, sobald die ersten Tunnelelemente für den 18 Kilometer langen Absenktunnel zwischen Rødbyhavn und Puttgarden abgesenkt wurden. Beide Verträge sollen zu einem späteren Zeitpunkt erneut ausgeschrieben werden.
