Der kleine Fluss Holzminde durchzieht das Zentrum der Stadt Holzminden im südlichen Niedersachsen in Deutschland. Die Nähe zum „roten Wasser“, wie die Holzminde im Volksmund genannt wird, prägt die Stadtentwicklung seit Jahrhunderten – und führte bereits 1904 dazu, dass der Fluss auf einer Teilstrecke in einen Tunnel verlegt wurde. So konnte ausreichend Platz für neue Verkehrswege im innerstädtischen Bereich geschaffen werden, und es entstand die heutige Landesstraße L550. Mehr als ein Jahrhundert später steht das historische Tunnelbauwerk erneut im Mittelpunkt eines wichtigen Infrastrukturprojekts, denn die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen.
Das zentrale Zugangsbauwerk zum neuen Haltepunkt Marienhof der 2. S-Bahn-Stammstrecke wird in Schlitzwand-Deckelbauweise hergestellt. Mit 5 Aussteifungsebenen und einer Tiefe von 42 m entsteht so die bislang tiefste Baugrube Deutschlands mitten in der Münchner Innenstadt. Zusätzlich werden aus der Baugrube am Marienhof heraus auch die Bahnsteigröhren des Haltepunktes und ein Verbindungstollen zur bestehenden U-Bahn U3/U6 in bergmännischer Bauweise unter Druckluft vorgetrieben. Zur Sicherung der Bebauung und zur Kompensation von möglichen Setzungen werden die Gebäude und die bestehenden U-Bahn-Röhren oberhalb der herzustellenden Bahnsteigröhren mit einem Hebungsinjektionsschirm unterfangen.
Konventionelle Projektabwicklungsmodelle mit Vergütung von Einheits- oder Pauschalpreisen stoßen, vor allem bei Großprojekten, regelmäßig an ihre Grenzen. Die Gründe sind vielfältig. Die Integrierte Projektabwicklung (IPA) bietet hier einen praxisnahen, kooperativen Ansatz. Besonders für den Tunnelbau, mit seinen geologischen Unsicherheiten, langen Vortriebsstrecken und sicherheitskritischen Rahmenbedingungen kann eine partnerschaftliche Projektabwicklung die Kosten- und Terminsicherheit verbessern und Nachträge sowie Schnittstellenkonflikte vermeiden. Gleichzeitig wird eine lösungsorientierte Projektkultur durch eine zeitgerechte Einbindung der Beteiligten gefördert. Dieser Artikel bildet den Auftakt einer Publikationsreihe zur IPA und stellt die Grundprinzipien der IPA und aktuelle IPA-Tunnelbauprojekte in Österreich und Deutschland vor.
Im Januar 2026 ist das neue Verbund-Forschungsprojekt EINFACH: Einschalige Tunnelbauweise mit CO2-optimierten Faserspritzbetonen – Tunnelschalen nachhaltig denken!“ gestartet. Für die nächsten zwei Jahren haben sich die STUVA als Koordinator sowie die Forschungspartner BUNG-PEB Tunnelbau-Ingenieure GmbH, KIT – IMB/MPA Karlsruhe und die Ed. Züblin AG, einschließlich der assoziierten Partner „Die Autobahn GmbH des Bundes“ und „DEGES – Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH“ einiges vorgenommen.
Eine seiner ersten Erkenntnisse im maschinellen Tunnelbau treibt Martin Herrenknecht noch heute an: „Das geht besser“. Die Erkenntnis bezog sich ursprünglich auf die Tunnelbohrmaschine eines...
Das Spezialschiff, mit dem die Elemente für den Fehmarnbelt-Tunnel abgesenkt werden, absolviert derzeit im Arbeitshafen bei Rødbyhavn die letzten Tests vor der Zulassung durch die dänische...
Vom 16. bis 17. Juni 2026 wird das KKL Luzern wieder zum Zentrum der internationalen Tunnelbauwelt, wenn die schweizerische Fachgruppe für Untertagbau zum Swiss Tunnel Congress (STC) 2026 einlädt.
Das Spezialschiff, mit dem die Elemente für den Fehmarnbelt-Tunnel abgesenkt werden, absolviert derzeit im Arbeitshafen bei Rødbyhavn die letzten Tests vor der Zulassung durch die dänische Schifffahrtsbehörde. Dafür hat das Baukonsortium Femern Link Contractors (FLC) im März 2026 erstmals ein fertiges Tunnelelement fest mit den Absenkpontons IVY 1 und IVY 2 verbunden.
Erschöpft, aber glücklich! Das war am Schluss das überwiegende Gefühl der meisten Teilnehmer der STUVA-Tagung 2025 in Hamburg. Dass die drei Tage vom 25. bis zum 27. November 2025 im Congress Center Hamburg außergewöhnlich intensiv werden könnten, hatte sich schon im Vorfeld abgezeichnet: In Windeseile waren sämtliche Standflächen für die rund 7000 m² große STUVA-Expo vergeben, und die Anmeldekurve der Konferenzteilnehmer befand sich schon seit der Frühbucherphase ständig auf Rekordkurs. Am Schluss waren es rund 4400 Personen, die sich die weltweit größte Fachtagung und Fachmesse für Tunnel und Infrastruktur nicht entgehen lassen wollten. Drei Tage lang ging es um die großen aktuellen Fragen der Branche: Nachhaltigkeit und CO2‑Reduktion, Digitalisierung und BIM, Sicherheit und Verfügbarkeit, Energie‑Korridore und städtische Mobilität – das alles mit dem familiären Tagungsgefühl, das die STUVA-
Tagung alle zwei Jahre zu etwas ganz Besonderem macht.
Wer kennt das nicht? – das Angebot für ein lukratives Tunnelbauprojekt darf abgegeben werden, die Rahmenbedingungen sind bekannt und die Zeit drängt. Der Angebotspreis ist bindend, aber nicht alle Details konnten in der kurzen Zeit trotz der Erfahrung zahlreicher Vortriebe erfasst werden. Es bleibt ein Risiko, das letztlich über den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg, oder im schlimmsten Fall über das Fortbestehen eines Unternehmens entscheiden kann. Hierzu verfolgt das Unternehmen Flora Tunnelling einen Ansatz, der digitale Tools mit einer ganzheitlichen Betrachtung von Prozess und Design kombiniert. Durch Simulationen und den Einsatz intelligenter Assistenzsysteme lassen sich Projektplanung, abgestimmte Equipment-Auslegung und Risikomanagement umfassend verstehen und optimieren.