Wie in den Vorjahren hat die STUVA auch für den Jahreswechsel 2014/15 eine Umfrage zu den laufenden Tunnelbauvorhaben in Deutschland durchgeführt. Das Ergebnis wurde für den Stichmonat Dezember 2014 tabellarisch zusammengestellt und nachfolgend bewertet. Es handelt sich dabei um eine Fortschreibung der für 1978 bis 2014 veröffentlichten Tabellen.
Fast genau ein Jahr nach dem Beginn der Arbeiten am Baulos Tulfes–Pfons, wurde am 26. September 2015 die erste Tunnelbohrmaschine (TBM) auf österreichischem Projektgebiet des Brenner Basistunnels in Betrieb genommen und befindet sich nun auf ihrer Fahrt Richtung Brenner – drei Monate nachdem das erste Teil der TBM per Spezialtransport zur Baustelle Ahrental geliefert worden war.
Als am 22. August ein Herrenknecht-Mixschild mit einem Bohrdurchmesser von 13,7 m nach 16 Monaten Vortrieb unter der Meerenge des Bosporus die Zielschachtwand des Eurasia-Tunnels auf der europäischen Landseite Istanbuls durchstach, bestaunten die Gäste das Finale einer außergewöhnlichen Bauleistung. Noch nie zuvor ist ein so großer Tunnel unter derart komplexen Bedingungen unterirdisch gebaut worden.
Beim maschinellen Tunnelvortrieb wird über die Sensorik der Tunnelvortriebsmaschine (TVM) und deren Steuerleitsystem (Navigation) sowie im Rahmen der Vermessung und bei der Herstellung der Tübbingfertigteile eine Vielzahl unterschiedlicher Informationen aufgezeichnet. Deren Analyse, Visualisierung und Überwachung stellt ein wichtiges Instrumentarium zur effizienten Kontrolle des Maschinenvortriebs dar.
Um ein Gasfeld im Atlantik zu erschließen und das gewonnene Gas in einer Anlage an der irischen Nordwest-Küste aufzubereiten, war der Bau einer Gasrohrleitung notwendig, die ein küstennahes Naturschutzgebiet durchlaufen musste. Um dieses unberührt unterqueren zu können, wurde die Führung der Rohrleitung durch den eigens für diesen Zweck zu bauenden Corrib Tunnel beschlossen, der Anfang 2015 inklusive betriebsbereiter Gasleitung fertiggestellt war.
Die zentralisierte Tunnelüberwachung bringt neue Herausforderungen für die Operatoren in den Leitstellen mit sich. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der in den Tunneln installierten Datenerfassungs- und Steuerungssysteme führt zu einer ständigen Erhöhung des Datenaufkommens. Für ein effektives, effizientes Handling einer Vielzahl zu überwachender Tunnel ist die passgenaue Visualisierung der Informationen durch die Leitstellensysteme entscheidend.
Am 7. Mai fand das Münsteraner Tunnelbau-Kolloquium an der Fachhochschule Münster unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dietmar Mähner vom Institut für unterirdisches Bauen (IuB) statt. Rund 200...
Der 3700 m lange Weissensteintunnel auf der Strecke zwischen Solothurn und Moutier in der Schweiz ist in einem schlechten Zustand – so lautet das Ergebnis einer 2011 durchgeführten Untersuchung, welche die BLS als Streckenbetreiberin in Auftrag gegeben hatte. 2012 und 2013 folgten Studien zur Erneuerung des Tunnels. Ende 2014 erteilten das AVT (Amt für Verkehr und Tiefbau) und die BLS gemeinsam den Auftrag, die Ergebnisse aus diesen Untersuchungen und Studien zu überprüfen
Der Second Midtown Tunnel ist ein im Bau befindlicher Absenktunnel, der die Orte Norfolk und Portsmouth im US-Bundesstaat Virginia verbinden soll. Der Straßenverkehrstunnel wird aus elf Einzelsegmenten bestehen, die nach ihrer Herstellung im Trockendock in Baltimore County rund 320 km über den Meeresweg südlich in den Elizabeth River transportiert und dort in bis zu 29 m Tiefe versenkt wurden.
Die Neubaustrecke Stuttgart–Ulm ist Teil der neuen transeuropäischen Magistrale Paris–Budapest. Sie quert die Schwäbische Alb und wird von der Planfeststellung in die Abschnitte Albvorland, Albaufstieg, Albhochfläche, Albabstieg und Umbau Bahnhof Ulm unterteilt. Während die Albhochfläche überwiegend durch offene Strecken charakterisiert wird, dominieren in den angrenzenden Hangabschnitten lange Tunnel. Diesen Bereichen gemeinsam ist eine ähnliche Geologie, mit verkarstetem Weißjura-Kalkstein als häufigste Formation. Für die Herstellung eines standsicheren und gebrauchstauglichen Hochgeschwindigkeits-Fahrweges bedarf es eines sorgfältigen Umgangs mit dem Karst. Der Beitrag in tunnel 4/2015 stellt das Konzept der Karsterkundung und -sanierung für den Albabstieg vor.